Pflege

Wie wir Alters- und Palliativpflege verstehen und praktizieren

Was ist Pflege?

Wir haben das Vorrecht, in einer Gesellschaft leben zu dürfen, in der der medizinische Fortschritt und die soziale Absicherung viele gesundheitliche Einschränkungen oder Krankheiten heilen, kontrollieren oder abmildern kann. Das bedeutet, dass wir alle im Durchschnitt älter werden und das Leben länger geniessen dürfen.


Es bedeutet aber auch, dass auf viele Menschen am Lebensende eine Anhäufung gesundheitlicher Einschränkungen zukommt. Diese führen auf unterschiedliche Art und Weise dazu, dass Menschen auf pflegerische Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.

Es ist uns als Pflegeheim bewusst, dass eine solche Lebenssituation bedeutet, Selbstkontrolle und Selbständigkeit einschränken oder aufgeben zu müssen – kein einfacher Lebensschritt oder Lebensabschnitt.

Pflege bedeutet nun nicht nur, all das zu übernehmen, was eine Person nicht mehr selbständig ausführen kann. Pflegebedürftig zu werden bedeutet, die
Verantwortung für das eigene Wohlbefinden mehr oder weniger in andere Hände legen zu müssen.



Was ist gute Pflege im Alter?

Gute Pflege bedeutet, dass verantwortungsbereite Personen in respektvoller Haltung die Sorge für das eigene Wohlbefinden übernehmen, wozu ich nicht mehr selbst in der Lage bin.

Gute Pflege bedeutet in unserem Haus, dass wir alle Ressourcen, die unsere Bewohner noch selbst einbringen können, fördern und unterstützen. Das kann manchmal aufwendiger sein und wesentlich mehr Zeit kosten, als die entsprechenden Tätigkeiten selbst zu übernehmen. Es ist für uns aber eine Frage des Respekts gegenüber der zu pflegenden Person, dass wir die Person, soweit sie das immer wünscht und kann, in den Pflegeprozess einbeziehen.

Gute Pflege in unserem Haus bedeutet auch, dass unsere Bewohner entscheidenden Einfluss darauf haben, wie ihr Tagesablauf aussieht. Wann sie aufstehen. Wo sie das Frühstück einnehmen (im Zimmer oder im Speisesaal). Wie sie ihren Tag gestalten. Wann sie zu Bett gehen und vieles mehr. Es ist unsere Überzeugung, dass nicht die Bedürfnisse der Pflegemitarbeitenden den Tagesablauf des Bewohners bestimmen dürfen, sondern dass die Bedürfnisse des Bewohners und seine Tagesverfassung den Ablauf der Pflege bedingen.

Lebensqualität

Gute Pflege in unserem Haus meint, dass wir uns in einem beständigen Prozess in Zusammenarbeit mit den Betroffenen, den Angehörigen, den Physiotherapeuten und Ärzten befinden, um das höchstmögliche Mass an Lebensqualität in der aktuellen Lebenssituation definieren und erreichen zu können. Die hier festzulegenden Ziele unterscheiden sich sehr, je nach Person und Art der Pflegebedürftigkeit. Die Aufgaben sind andere, wenn eine Person das Ziel hat, ihre Mobilität wiederzuerlangen, ihre kognitiven Fähigkeiten zu fördern oder zu erhalten oder wenn es darum geht, eine Bewohnerin in einer palliativen Situation so zu begleiten, dass der Abschied vom Leben möglichst schmerzfrei und vor allem betreut und geborgen geschehen kann.

Pflege in unserem Haus stellt sich der Aufgabe, Menschen bis zum Sterben und im Sterben zu begleiten.

In palliativen Situationen unterstützen wir auch Angehörige oder Bekannte und beteiligen sie am Prozess des Abschiednehmens vom geliebten Menschen, soweit sie das können oder möchten.

Privileg

Wir sind der Überzeugung, dass es ein Privileg ist, Menschen gerade in der aussergewöhnlichen und äussersten Situation des Lebens – dem Sterben –unterstützend nahe sein zu dürfen und zu begleiten.


Gute Pflege unterstützt die zu pflegende Person und übernimmt respektvoll Verantwortung für deren Wohlbefinden.